20.01.2022 | Lesezeit: 4 Minuten

Veränderung der Weiterbildung durch zunehmende Digitalisierung in Zoll und Exportkontrolle

Anfangs noch gezwungenermassen eingesetzt, mittlerweile erkannt als neue Richtung und neuer Markt, um die Bildungsbranche weiter auszubauen und die Möglichkeiten zu verbessern. Der Trend zum Online- Training ist deutlich zu spüren. Aber was ist der Unterschied zu früher? Gibt es überhaupt einen?

Ich erinnere mich noch. Früher bin ich oft und viel gereist- zu Seminaren bei Kunden oder Bildungspartnern. Meist war es eine halb- oder ganztägige Veranstaltung mit leckerem Mittagessen, Austausch zwischen Teilnehmern und einem „Erlebnis“ für diejenigen, die das Seminar besuchten.

Heute sieht diese Welt schon anders aus. Ich bin als Referentin kaum noch unterwegs. Die meisten Veranstaltungen sind tatsächlich mittlerweile online. Als ich mich mit meiner früheren Kollegin dazu unterhalten habe, war meine Meinung: „Ich glaube, dass sich das nicht mehr ändern wird. Der Weiterbildungssektor wird viel stärker online stattfinden“. Sie entgegnete darauf: „Bist du sicher? Ich merke selbst oft, dass ich mit den ganzen Tag in so einer Online- Veranstaltung schwer konzentrieren und zuhören kann“.

Das stimmt! Es geht nicht darum, die Veranstaltungen von Offline ins Onlineformat zu bringen. Vielmehr stellt sich die Frage, wann welches Format das passende ist, und was uns die Zukunft in der Zoll- und Exportabwicklung bringen kann.

Seminare und Trainings- früher und heute

Du kennst das- am Anfang jedes Seminares steht die Planung. Wo muss ich hin? Ist die Reise schon geplant und gebucht? Habe ich alle nötigen Unterlagen dabei? Vor Ort ist dann die erste Begegnung in den Präsenzseminaren die Begrüßungsrunde. Jeder lernt den anderen ein wenig kennen und es entwickelt sich eine Art Gemeinschaftsgefühl. Man tauscht sich aus zu den Inhalten, diskutiert und kann direkt in eine gemeinsame Interaktion gehen. Auch aus Perspektive des Referenten ist das Feedback, bzw. die Stimmung der Gruppe sehr gut zu spüren und anhand der Körperhaltung auch sichtbar. Wie oft hat man sich nach solch einem Tag gedacht: „Mensch, das war aber wirklich interessant und auch lustig“. Nicht selten entwickeln sich aus diesen Präsenztreffen auch neue Kontakte und Beziehungen, neue Netzwerke und auch Freundschaften. Am Ende steht dann wieder die Heimreise an, nach welcher man einfach nur froh ist, zu Hause anzukommen.

Heute ist es so, dass du bei online Seminaren oder Trainings einfach bei der Organisation den zeitlichen Aufwand reduzieren kannst. Hast du zum Beispiel ein Training von 4 h, ermöglicht es dir, sowohl davor als auch danach noch Dinge erledigen zu können. Auch bei ganztags Seminaren, bist du einfach viel flexibler. Du bist ortsunabhängig, egal ob als Teilnehmer oder Referent, hast keinen Organisatorischen Aufwand mit Raum- und Reisekosten, und es entsteht keine Reisezeit. Oft fallen die Online- Trainings auch effektiver aus, da sich alle äußeren Einflüsse auf ein Minimum reduzieren. Das heißt für dich, die Angebote werden einfach kürzer und passen spezifischer zu deinen Bedürfnissen. Voraussetzung hierfür ist aber auch eine Anpassung der Methodik des jeweiligen Referenten. Die Bedürfnisse bei einem online Training stellen sich anders dar als in Präsenz. Angefangen mit der notwendigen technischen Infrastruktur, der Motivation über die Distanz bis hin zur Lösung und Gestaltung eines interaktiven Trainings. Du solltest in erster Linie beachten, dass du dich mit dem Tool für das Online- Training auskennst, und vertraut mit der Anwendung bist. Somit vermeidest du unnötige Verzögerungen, die auch zu einer Unzufriedenheit innerhalb der Teilnehmergruppe führen kann.

Aber wie genau kann man das umsetzen? Welche Möglichkeiten gibt es beim online Training? Um dir hier ein paar Tipps geben zu können, solltest du erst herausfinden, welche Art von Webinar du genau planst. Stell dir die Fragen: Was ist das Ziel des Webinars? Möchte ich als Berater meinem Kunden Lösungen oder eher einer Gruppe Fachwissen transportieren? Welche Funktionen sollte mein Tool auf jeden Fall haben? Welche Teilnehmerzahl haben die Trainings? Soll alles aufgezeichnet werden? Und letzten Endes, was darf dieses Tool kosten? Einige gute Tools für online Seminare sind: Miro, Lucidchart, Mentimeter, oder auch Zoom, mikogo, oder GoMeetNow. Der Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt, je nach deinen Bedürfnissen. Hast du das passende Tool gewählt, kannst du über Spiele, Umfragen, Whiteboards, Gruppenarbeit in virtuellen Räumen alle Teilnehmer aktiv mit einbeziehen, und so das Webinar zu einem Erlebnis machen, ohne das jemand abschaltet oder einschläft. Auch die Pausen kann man für die Teilnehmer interessanter und lebendiger gestalten. Vielleicht baust du eine gewisse Zeit Musik mit ein, oder bietest den Teilnehmern eine virtuelle Lounge an, in der man sich austauschen und unterhalten kann.

Das Beste aus beidem- starker Anspruch an Onlinedidaktik

Ein Zitat aus einer Veranstaltung zum Thema „die Zukunft der Bildung“ lautet: „Technologie wird den Referenten nicht ersetzen. Aber Referenten, die keine Technologie nutzen, werden durch die ersetzt werden, die sie nutzen.“ Das eine schließt also das andere nicht aus. Wichtig ist nur, wie du jetzt aus beidem das Beste nutzen kannst.

Chancen für Seminaranbieter, Teilnehmer und Unternehmen

Früher war die Zielgruppe für die Seminaranbieter noch viel lokaler, das heißt, man hat sich oft geographisch beschränkt auf einen bestimmten Umkreis. Wollte man aber wachsen, musste man nicht selten auch neue Standorte erschließen. Heute ist das anders: durch Social Media und die Online-Präsenz des angebotenen Portfolios, kann man auch unabhängig der Lage einfach online Seminare buchen. Mehr noch, wenn wir beispielweise an das US- Reportkontrollrecht oder andere Rechtsgebiete denken. Auch der Online-Markt und Handel kann mittlerweile viel größere Märkte und Zielgruppen erschließen. Gleichzeitig sparst du dir die Kosten für Räume und Verpflegung und den damit verbundenen organisatorischen Aufwand. Wichtig bei alldem ist aber auch, das Angebot zu verändern. Einfach das Präsenz Angebot umzustellen und das Gleiche Vorgehen zu übernehmen, wird auf Dauer nicht funktionieren. Die Online- Angebote für die Teilnehmer müssen durch besondere Tools und Methoden der Referenten angepasst werden, damit man sich auch in Zukunft bei Online-Seminaren vernetzen, austauschen und abgeholt werden kann.

Für Unternehmer ist es heute viel einfach als früher, Compliance und Sensibilisierungsschulungen anzubieten, über beispielweise LMS Plattformen wie Memeberspot, Kajabi oder Looop. Die Teilnehmer sind nicht mehr ganze Tage unterwegs, sondern können auch mal durch ein flexibles Webinar Angebot nur 2 Stunden für ein Spezialtraining nutzen. Somit ist die Kombination aus Arbeit und Weiterbildung wesentlich einfacher, und die digitale Affinität durch die Schulungen viel höher. Da die Auswahl an kostenfreien Webinaren mit guten Inhalten am Markt immer mehr wird, gilt es hier genau zu schauen, wo ich welche Informationen herbekommen kann. Denn Wissen ist fast unbegrenzt online erhältlich, und das zu jedem Zeitpunkt.

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